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News



Für die lohnsteuerfreie 110,- €-Grenze bei Betriebsveranstaltungen zählen die angemeldeten und nicht die tatsächlichen Teilnehmer
Absagen von Kollegen zur gemeinsamen Weihnachtsfeier gehen steuerrechtlich nicht zu Lasten der tatsächlich Feiernden.

Dies hat das FG Köln mit einem Urteil vom 27.6.2018 3 K 870/17 entschieden.

Im Urteilsfall führte eine Unternehmen einen gemeinsamen Kochkurses als Weihnachtsfeier durch. Nach den Vereinbarungen mit dem Veranstalters durfte jeder Teilnehmer unbegrenzt Speisen und Getränke verzehren. Von den ursprünglich angemeldeten 27 Arbeitnehmern sagten zwei kurzfristig ab, ohne dass dies zu einer Reduzierung der bereits veranschlagten Kosten durch den Veranstalter führte.

Die Klägerin berechnete im Rahmen der Lohnversteuerung die Zuwendung an die einzelnen Arbeitnehmer, indem sie die ursprünglich angemeldeten 27 Arbeitnehmer berücksichtigte. Demgegenüber verlangte das Finanzamt, dass auf die tatsächlich teilnehmenden 25 Arbeitnehmer abzustellen sei, so dass sich ein höherer zu versteuernder Betrag für die tatsächlichen Teilnehmer ergab.

Laut FG Köln ist es nicht nachvollziehbar, weshalb den tatsächlichen Teilnehmer die vergeblichen Aufwendungen des Arbeitgebers für sog. "No-Show-Fees" zuzurechnen seien.

Dies gelte insbesondere, weil die Feiernden keinen Vorteil durch die Absage ihrer beiden Kollegen gehabt hätten. Denn nach dem Veranstaltungskonzept konnte sowieso jeder Teilnehmer unbegrenzt viele Speisen und Getränke konsumieren.

Mit seinem Urteil widerspricht das FG Köln der gegenteiligen Rechtsauffassung der Finanzverwaltung (vgl. Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 14.10.2015, IV C 5 - S 2332/15/100001 (BStBl. I 2015, 832).

Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, das Finanzamt hat Revision beim Bundesfinanzhof eingelegt, Aktenzeichen VI R 31/18.
gepostet: 28. Sep 2018
Umsatzsteuer kurios: Pferdekutschen sind keine Taxis
Anders als die Personenbeförderung im Taxi unterliegen „Personenbeförderungen“ mit Pferdekutschen auf einer autofreien Insel (hier: Juist) nicht dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7%. Dies hat der BFH in einem Urteil vom 24.01.2018, V R 9/18, entschieden.

Zwar gilt der 7 Prozent-Satz für die Beförderung von Personen „im Verkehr mit Taxen“. Das gilt jedoch nicht für alle Transportmöglichkeiten von Personen. Der entscheidende Unterschied zur Pferdekutsche liegt unter anderem darin, dass Taxifahrer einer Genehmigung durch die Behörde bedürfen und nicht nur einer „Betriebs- und Beförderungspflicht“ unterliegen, sondern auch gesetzlich vorgeschriebene Beförderungsentgelte zu beachten haben.
gepostet: 30. Aug 2018
Körperschaftsteuererklärung 2017 - Fristverlängerung bis Ende August
Das elektronische Formular für die Körperschaftsteuererklärung 2017 ist seit dem 24. Juli 2018 über das Online-Portal „Mein ELSTER“ verfügbar und damit nach dem allgemeinen Abgabetermin. Die sog. ERiC-Schnittstelle steht den Programmanbietern erst seit Ende Mai 2018 zur Verfügung. Ursächlich hierfür sind umfassende Änderungen im Bereich der Körperschaftsteuererklärung.

Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit verlängert die Finanzverwaltung die Abgabefrist: Die Steuerpflichtigen können ihre Körperschaftsteuererklärung 2017 in diesem Jahr bis zum 31. August 2018 elektronisch abgeben. Dadurch soll es ermöglicht werden, die Körperschaftsteuererklärung elektronisch beim Finanzamt einzureichen.

Ausnahmsweise ist auch eine Abgabe in Papierform bis 31. August möglich. Für diejenigen, die ihre Erklärung in Papierform abgeben wollen, stehen die Vordrucke auf den Internetseiten der Finanzämter unter der Rubrik „Services“ zum Download zur Verfügung.

In diesem Zusammenhang werden auch die Fristen für die Umsatz- und Gewerbesteuer bis zum 31. August 2018 verlängert. Diese Erklärungen sind elektronisch abzugeben.
gepostet: 20. Aug 2018
Details zur Kassennachschau veröffentlicht
Am 29.5.2018 hat das Bundesfinanzministerium zu Details der sog. Kassen-Nachschau Stellung genommen.

Die Kassen-Nachschau ist ein besonderes Verfahren zur zeitnahen Prüfung der Ordnungsmäßigkeit der Kassenaufzeichnungen und der ordnungsgemäßen Übernahme der Kassen- aufzeichnungen in die Buchführung. Der Kassen-Nachschau unterliegen u.a. elektronische oder computergestützte Kassensysteme oder Registrierkassen, App-Systeme, Waagen mit Registrierkassenfunktion, Taxameter, Wegstreckenzähler, Geldspielgeräte und offene Ladenkassen (summarische, retrograde Ermittlung der Tageseinnahmen sowie manuelle Einzelaufzeichnungen ohne Einsatz technischer Hilfsmittel). Der Amtsträger kann u.a. zur Prüfung der ordnungsgemäßen Kassenaufzeichnungen einen sog. „Kassensturz“ verlangen.

Die Kassen-Nachschau ist keine Betriebsprüfung i.S.d. § 193 AO.

Die Kassen-Nachschau wird nicht angekündigt.

Im Rahmen der Kassen-Nachschau dürfen Finanzbeamte während der üblichen Geschäfts- und Arbeitszeiten Geschäftsgrundstücke oder Geschäftsräume von Steuerpflichtigen betreten. Das Betreten muss dazu dienen, Sachverhalte festzustellen, die für die Besteuerung erheblich sein können. Ein Durchsuchungsrecht gewährt die Kassen-Nachschau nicht. Das bloße Betreten und Besichtigen von Grundstücken und Räumen ist noch keine Durchsuchung. Die Kassen-Nachschau kann auch außerhalb der Geschäftszeiten vorgenommen werden, wenn im Unternehmen noch oder schon gearbeitet wird.

Das vollständige Dokument finden Sie unter kassennachschau.tk.
gepostet: 28. Jun 2018
Steuern sparen im Fitnessstudio
Sachbezüge des Arbeitgebers an Arbeitnehmer bleiben steuerfrei, wenn der geldwerte Vorteil insgesamt € 44,00 pro Monat nicht übersteigt.

Zur Nutzung dieser Freigrenze kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer zum Beispiel kostenlos die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio gewähren.

Während bei einer Jahreskarte für öffentliche Verkehrsmittel der Zufluss des gesamten Jahreswertes im jeweiligen Monat der Aushändigung des Job-Tickets erfolgt und hier im Regelfall die 44-Euro-Grenze überschritten (vgl. BFH-Entscheidung vom 14.11.2012, VI R 56/11) und das Ticket damit lohnsteuerpflichtig wird, gilt dies nicht unbedingt bei der Übernahme der Kosten für ein Fitnessstudio durch den Arbeitgeber.

Das Finanzgericht (FG) Niedersachsen hatte über die lohnsteuerliche Behandlung einer vergünstigten Nutzung von Fitnessstudios zu entscheiden. Das Finanzamt ging davon aus, dass den Angestellten der geldwerte Vorteil bei Einräumung der Möglichkeit der verbilligten Nutzung gleich für ein Jahr zufließt. Das FG Niedersachsen hat hingegen entschieden, dass der Vorteil, das Fitnessstudio nutzen zu können, den Arbeitnehmern monatlich zufließen kann (FG Niedersachsen, Urteil vom 13.3.2018, 14 K 204/16). Voraussetzung ist, dass den Arbeitnehmern kein über die Dauer eines Monats hinausgehender Anspruch auf Nutzung des Studios eingeräumt wird. Wichtig ist hierfür, dass der Arbeitgeber den Begünstigten der Fitnessstudio-Nutzung jederzeit (zum Beispiel bei einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses) ändern kann.
gepostet: 20. Jun 2018
Dienstwagen für den Ehegatten auch abzugsfähig

Dienstwagen für den Ehegatten auch abzugsfähig, wenn der Ehegatte nur als Minijobber beschäftigt ist


Aufwendungen für ein betrieblich genutztes Fahrzeug, welches an Mitarbeiter zur Nutzung überlassen wird, stellen auch dann Betriebsausgaben dar, wenn der betreffende Mitarbeiter, dem das Fahrzeug überlassen wird, ein Minijobber ist. Dies hat das Finanzgericht (FG) Köln mit Urteil vom 27.9.2017, 3 K 2547/16) entschieden.


Im Urteilsfall hatte ein Unternehmer seine Ehefrau im Rahmen eines Minijobs als Büro-, Organisations- und Kurierkraft für € 400,00 monatlich beschäftigt.


Sämtliche Aufwendungen für ein der Ehefrau zur Nutzung überlassenes Fahrzeug wurden als Betriebsausgabe geltend gemacht. Für die Privatnutzung wurden der Ehefrau monatlich 1-% des Bruttolistenpreises des PKW (385,00 €) Monat vom Minijob-Lohn abgezogen. Das Finanzamt erkannte das Arbeitsverhältnis nicht an und erhöhte nach einer Betriebsprüfung den steuerlichen Gewinn um die Kosten für das Fahrzeug und den Lohnaufwand für die Ehefrau.


Das FInanzgericht folgte der Auffassung des Finanzamtes nicht. Zwar sei die Gestaltung bei einem Minijob ungewöhnlich. Doch würde Inhalt und Durchführung des Vertrags dem entsprechen, was unter fremden Dritten vereinbart würde. Jedenfalls kann nach Ansicht des FG nicht die Auffassung gelten, Dienstwagen würden nur Vollzeitbeschäftigten oder Führungskräften auch zur privaten Nutzung überlassen werden. Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig, ein Revisionsverfahren vor dem Bundesfinanzhof (BFH) ist anhängig (Az. X R 44/17).


Der BFH hatte allerdings jüngst erst mit Beschluss vom 21.12.2017 - III B 27/17 entschieden, dass eine solche Gestaltung generell nicht fremdüblich sei.

gepostet: 25. Mai 2018
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